CYBATHLON 2024: Zwei neue Disziplinen und ein neues Eventformat für eine Welt ohne Barrieren

2. November 2021

Vom 25. bis 27. Oktober 2024 findet die dritte Ausgabe des CYBATHLON der ETH Zürich statt. In einem globalen Wettkampf treten 160 internationale Teams aus Akademie und Industrie an. «Gegenüber den Regelwerken von 2016 und 2020 bauen wir in die Aufgabenstellungen für 2024 mehr Unvorhersehbarkeit und ein breiteres Spektrum an Aufgaben ein», sagt Roland Sigrist, Leiter von CYBATHLON. So wissen die Rollstuhl-Pilotinnen und -Piloten vor dem Rennen zum Beispiel nicht, in welcher Reihenfolge sie verschieden hohe Treppenstufen antreffen und müssen spontan auf die Situation reagieren. Dies fordert die internationalen Teams heraus, noch robustere, funktionalere und dynamischere Assistenztechnologien für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln. Davon versprechen sich die Organisatoren eine höhere Akzeptanz neuer Technologien der Benutzerinnen und Benutzer.

Ein flexibles, inklusives und nachhaltiges Eventformat

Auch in Bezug auf das Format des Events wird CYBATHLON einen innovativen Weg einschlagen. «Wir haben bei der Umsetzung der CYBATHLON 2020 Global Edition sehr viel gelernt. Dieses Wissen, einen dezentralen, globalen Event und Wettkampf durchzuführen, nutzen wir, um CYBATHLON inklusiver, nachhaltiger und flexibler zu machen», sagt Roland Sigrist. Der CYBATHLON 2024 wird in der Arena Schluefweg in Kloten stattfinden. Die Organisatoren geben den Teams aber auch die Möglichkeit, einen CYBATHLON Hub bei sich vor Ort zu organisieren und so am Wettkampf teilzunehmen. «Zum einen gibt uns das die Möglichkeit, bei einem globalen Anlass in Pandemie- oder ähnlichen Situationen flexibel zu agieren und zum anderen möchten wir so zur Nachhaltigkeit und Inklusion beitragen. Wer nicht nach Zürich reisen kann oder möchte, kann zu Hause vor lokalem Publikum starten», so Sigrist. Bereits in den nächsten drei Jahren, auf der Road to 2024, werden Wettkämpfe an verschiedenen nationalen und internationalen CYBATHLON-Events in der Form präsentiert.

CYBATHLON wird um zwei Disziplinen erweitert

Zusätzlich zur Weiterentwicklung der sechs bestehenden Disziplinen wird der CYBATHLON um zwei neue Disziplinen ergänzt: Ein Rennen mit intelligenten Sehassistenztechnologien für blinde Menschen und ein Rennen mit Assistenzrobotern für Menschen mit starker Beeinträchtigung der Arme und Beine.

Im neuen Assistenzroboter-Rennen werden Elemente der Mensch-Roboter-Interaktion, Umgebungserkennung und Objektmanipulation gefordert. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Roboter ein Teil des Rollstuhls ist oder als separates Gerät agiert. In dieser Disziplin müssen die teilnehmenden Menschen mit Behinderungen mit dem Roboter zusammenarbeiten, um beispielsweise verschiedene Objekte unter Zeitdruck zu greifen oder Hindernissen auszuweichen. Assistenzroboter bergen das vielversprechende Potential, die Selbständigkeit von Menschen zu erhöhen, die nur sehr wenig oder gar keine Kontrolle über ihre Arme und Beine haben.

Das Sehassistenz-Rennen ist das erste Rennen bei CYBATHLON für Menschen mit einer sensorischen Behinderung. Das Erkennen eines Produkts im Supermarkt oder eine unerwartete Baustelle auf dem täglichen Weg zur Arbeit können für Menschen mit Sehbehinderungen grosse Herausforderungen darstellen.  «Intelligente Sehassistenztechnologien, die blinde Menschen intuitiv und zuverlässig im Alltag unterstützen, haben das Potential, die Lebensqualität und die Selbständigkeit blinder Menschen zu verbessern», sagt Lukas Jäger, Wettkampfleiter von CYBATHLON.

Dialog und Inklusion durch innovative Technologien als Ziel

Als Plattform vernetzt CYBATHLON die Gesellschaft, die Forschung und Entwicklung und Menschen mit Behinderungen auf eine emotionale, positive und einzigartige Art und Weise. Seit Professor Robert Riener 2013 an der ETH Zürich die Idee hatte, haben über 100 Teams aus mehr als 30 Ländern an verschiedenen CYBATHLON-Events teilgenommen. Angefeuert von tausenden Zuschauerinnen und Zuschauer weltweit haben die Entwicklerteams in den letzten Jahren gezeigt, welchen Hindernissen Menschen mit Behinderungen im Alltag begegnen und wie Technologie zu einer Welt ohne Barrieren beitragen kann. Die ETH Zürich zeigt durch den CYBATHLON die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für die Gesellschaft. Der Wettkampf beinhaltet acht verschiedene Disziplinen: Rennen mit Gedankensteuerung, Fahrradrennen mit funktioneller Elektrostimulation, Armprothesen-Rennen, Beinprothesen-Rennen, Exoskelett-Rennen, Rollstuhl-Rennen, Assistenzroboter-Rennen und Sehassistenz-Rennen.

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